Segelbücher für Frauen der anderen Art, must have!(Teil 1)

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Segelbücher für Frauen der anderen Art, must have!(Teil 1)

Ich liebe es ja noch vor dem Einschlafen ein bisschen zu lesen und zwar in Papierform.

Deswegen habe ich bisher auch immer reichlich Literatur mit auf das Boot geschleppt, dann ausgelesen und eifrig in den Häfen im Tauschregal ausgetauscht. Mein Konsum war durchaus als hoch zu bezeichnen, da ich ja vormals meistens auf dem Boot wie ein Faultier nur „abgehangen“ habe. Wobei ich nur der Ordnung halber anmerken möchte, dass ich keine Krallen von 10 cm Länge habe und mein Rumhängen mehr ein Rumliegen war.

Jedenfalls liebe ich es, wenn in den Häfen Tauschregale sind.

Gelting Mole ist da vorbildlich.

Für alle die Fendergirls bleiben wollen, plädiere ich ausdrücklich für Buchtauschregale in jedem Hafen. Für alle Segler natürlich auch. Für alle Anderen wegen der Gleichberechtigung ebenfalls.

Nun war Urlaub unter Segeln zu zweit geplant.

Eine Woche im Monat Mai. Ich freute mich, weil es ja bei den zwei Übungswochenenden mit dem Anlegen alleine zu zweit schon super geklappt hatte und auch das Ablegen zu zweit gechillt mit neuer Methode gut lief. Damit kein Malheur mehr passierte und die Mittelspring nicht mehr über die Klampe rutschen konnte, zogen wir die Mittelspring durch die Klampe.

Dann klappt es auch mit dem Festhalten an den Wanten!

Jetzt sollte es munter voran gehen mit meiner praktischen Entwicklung vom Fendergirl zum Skipper.

Dann kam die Urlaubswoche und gleichzeitig das mieseste Wetter überhaupt. Nur Regen und Sturm war angesagt.

Mein Skipper sagte, so wird das nicht spaßig und ging seiner alltäglichen Arbeit nach.

Ich war etwas traurig, aber ehrlich gesagt war es auch mir lieber, statt den ganzen Tag „dauerduschen“ zu müssen, zu Hause den Kamin anzuschmeißen und mich dann in der Theorie weiter fortzubilden.

Ich hatte so viele Anregungen aus der Yacht bekommen.

Außerdem hatte ich mir Segelbücher für Fendergirls erworben und die konnte man auch zu Hause lesen. Mein erstes ausgewähltes Buch hieß Hafenkino.

„Hafenkino“ will man nicht sein. Niemand will das und doch passieren immer „schlimme Dinge“ in den Häfen. Daher ein sehr vielversprechender Titel.

Untertitel: „mein Mann, seine Alte und ich“. Hörte sich doch interessant und lebensnah an.

Gleich als ich die ersten Seiten las, stellte ich fest, dass kannte ich schon.

Das gab es doch schon als Kolumne in der Yacht, von Steffi von Wolff.

Machte mir aber gar nichts, weil ich ja beim Kolumne lesen schon so hatte lachen müssen, als ich die alten Yacht Zeitschriften auseinandernahm.

„Die Alte“ war das Boot.

Das Buch handelt von typischen Geschehnissen im Leben eines Seglers. Der Mann liebt sein Boot und seine Frau, aber sein Boot sehr doll. Die Frau liebt ihren Mann und das Bootsleben auch irgendwie, weil da der Mann so glücklich ist.

Um die Drei herum kann man dann lesen, was sie so alles erleben auf ihrem Boot, welches in Sonderburg/Dänemark seinen Liegeplatz hat und eben nicht Einhand über den Atlantik in die Karibik segelt. Klasse, auch mein „Revier“.

Ich darf nicht zu viel verraten, weil ich den zukünftigen Lesern sonst den Spaß verderben würde. Es war wie auf dem Einband versprochen, lustig, (selbst)ironisch und unterhaltsam erzählt. Mann, Frau, Boot, da passiert schon was. Chartercrews sind auch besonders spannend zu beobachten, aber genauso Bootseigner an sich.

„Hafenkino“ das Echte und nicht das Buch ist gemeint, ist ein Grund warum viele Segler gerne rechtzeitig im Hafen sein wollen.

Es ist nicht nur der Reiz des besonders schönen eigenen Liegeplatzes, dass die Segler früh in die Ostseehäfen treibt. Auch nicht der Hafen eigene Grillplatz, sondern wenn man als Erster im Hafen ist, kann man den später den anderen Seglern die nachfolgend in den Hafen einfahren bei ihren Anlegemanövern zusehen.

Ist ein bisschen so, wie im Fernsehen bei den Sendungen, wo Leute von Leitern fallen, durch ihre Trampoline hüpfen, tolle Saltos in den Pool machen wollen und dann dabei den Pool zerstören und sich bestimmt gleichzeitig fürchterlich weh tun, sogenannte „Pannenshows“. Unterlegt wird das immer im Fernsehen mit Gelächter.

Anscheinend mögen das die Zuschauer, denn es gibt etliche Sendungen davon und irgendjemand muss sich ja die Mühe machen den Kram zusammen zu schneiden und es muss sich ja auch für den Sender wirtschaftlich rentieren.

Meinen Humor trifft das nicht. Ich leide eher mit und denke an die Zeit, die die Menschen danach in der Notaufnahme verbringen oder beim Arzt. Mir fehlt das Gen zur Schadenfreude.

Hafenkino ist also ein sehr bekannter Begriff und ist wohl auch eine Ausprägung von Neugier und Schadenfreude.

Angeblich sollen ja die Missgeschicke der Anderen der Aufbesserung des eigenen Selbstbewusstseins dienlich sein können.

Zumindest in den Häfen weiß jeder Bescheid, dass keine Leinwand aufgerollt wird und dann darüber ein cineastisches Wunderwerk flimmert.

Hafenkino ist die Pannenshow der eigenen Art!

Während der Übungswochenenden, die wir zu zweit an Bord verbrachten, waren die Hafenlieger zu uns aber unerwartet hilfsbereit und wollten uns wohl nicht als Hauptdarsteller des „Hafenkino“ sehen. Vielleicht doch und ich habe es nur nicht gemerkt, denn wer zum Helfen kommt, ist natürlich auch dichter am Geschehen.

Die Hafenlieger waren immer herangeeilt, um uns zu unterstützen.

Ich fand das super freundlich und unterstelle mal echte Hilfsbereitschaft und gute Seemannschaft.

Wir bedankten uns dann nett, lehnten die Hilfe aber ab und erklärten, dass wir zu zweit üben müssen. Das löste großes Interesse aus.

Die herbeigeeilten Helfer wollten natürlich wissen, ob wir das Boot denn neu haben. Kann man ja schlussfolgern. Aber so wie ich das mittlerweile sehe, gibt es eigentlich viel mehr Gründe als nur ein neues Boot zum Üben.

Ich habe dann zur Klarstellung schnell mitgeteilt, dass es an mir läge, da ich bisher nur Fendergirl und Smutje gewesen sei, die Kinder nun groß wären und studieren würden usw. Neue Teamkonstellation!

Die netten Menschen hatten dann vollstes Verständnis und anstatt dass sich die Skipper dann über die wilden Segelerfahrungen austauschten, stand dann mein Thema im Vordergrund „Frauen als Crewmitglieder“.

Dann hatten die Herren – im Regelfall laufen in den Häfen einfach mehr Männer rum – auch gleich ihre eigenen Beiträge zuzusteuern.

Ja, Ja, die erste Frau hätte auch nur gefendert und sei so gar nicht interessiert gewesen. Die zweite Frau habe aber auch vielerlei Probleme an Bord. Ja, ja, genauso viele Fragen wie ich und Ängste und Sorgen.

Dabei wäre doch jedes Manöver erfolgreich, wenn die Mannschaft heil bliebe. Ach was, und solange nur das Boot kaputtginge…

Und ihnen wäre auch schon mal was passiert, passiert ja allen und dann kamen die spannenden Seglergeschichten, bei denen ich aber nur mit einem Ohr hinhörte.

Die Aussage: „Ach was, wenn nur das Boot kaputt gehen würde…“ hallte instinktiv bei mir nach.

An diesen Ausführungen hegte ich so meine Zweifel, dass das im Falle eines Falles der Skipper mit ebensolcher Begeisterung wegstecken würde.

In Büchern und Zeitschriften zum Thema Segeln kann man immer wieder lesen, dass es das Wichtigste ist, dass alle Menschen heil wieder an Land kommen. Dem mag ja wohl auch keiner wirklich widersprechen wollen, es sei denn man plant das perfekte Verbrechen, dann ist das natürlich inoffiziell anders.

Aber mir kann doch niemand weiß machen, dass wenn ein Boot kaputt geht, wegen fehlerhafter Mitwirkung von Crewmitgliedern, der Skipper dem Crewmitglied freundlich den Rücken tätschelt. Beispielsweise, wenn das Crewmitglied beim Ablegen die Fender vergisst reinzuholen, der Fender sich zwischen den Pfählen und dem Boot verkeilt und dann die halbe Reling abgerissen wird.

Nö, glaub ich nicht!

Hocipoci

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