Weltumsegler zum Anfassen mit Patreon, Freunde klären mich auf

Inhaltsverzeichnis/(Empfehlung zur Lesereihenfolge)

  1. Wer ist Hocipoci?
  2. Es begann schleichend in mein Bewusstsein zu kriechen. Ich muss richtig Segeln lernen!
  3. Strategie YouTube „Segeln für Anfänger“
  4. Weltumsegler zum Anfassen mit Patreon, Freunde klären mich auf
  5. Motivation zum Segeln mit SV Delos
  6. Das perfekte Hafenmanöver, Anlegen Bug voraus in der Box
  7. Die Yacht, was moderne „Bordfrauen“ unbedingt auch lesen sollten
  8. Das Erste Mal mit zwei verdeckten Ermittlern
  9. Segelbücher für Frauen der anderen Art, must have!(Teil 1)

Das nächste Wochenende hatten wir Besuch. Ein guter Freund mit eigenem Boot in Heiligenhafen, der den Traum hegt, irgendwann auch mal die ganze Welt zu besegeln und seine Freundin waren da.

Gemütlicher Spieleabend war angesagt, aber natürlich kamen wir auch auf das Thema „Reiseplanung für die nächste Segelsaison und Wochenendsegeln“ zu sprechen.

Seine Freundin ist klasse, die zieht knallhart – obwohl Segeln nicht ihr bevorzugtes Hobby war bevor sie ihn kennenlernte – die gemeinsamen Segeltörns an den Wochenenden und über Wochen im Sommer, kreuz und quer auf der Ostsee mit durch. Das obwohl sie immer seekrank wird und viel Zeit dabei über der Schüssel verbringt. Mal mehr mal weniger, ihr wisst schon was ich meine.

Bisher haben noch keine Kaugummis, Tabletten gegen Reisekrankheit oder Ähnliches geholfen, aber das hindert sie nicht daran mit ihrem geliebten Kerl gemeinsam zu segeln.

Ich sag ja, klasse Frau! Und weil wir dicke befreundet sind, bin ich auch für alle erdenklichen Tipps gegen Seekrankheit dankbar, auch wenn ich glücklicherweise selber bisher noch nie grün geworden bin. Das nicht mal, wenn ich die Kajüte im Bug verlassen musste, weil die Wellen mich aus meiner waagerechten Komfortzone so hochkatapultierten wie beim Trampolin Hüpfen. Glück muss der Mensch haben.

Ich berichtete dann von meinem Projekt vom Fendergirl zum Skipper auf YouTube und dass ich mir die BootsProfis angekuckt hatte und mir dann ein bisschen von Sailing Insieme zu Gemüte geführt hatte.

Natürlich kannte unser Freund auch das Video der BootsProfis “Bootskauf mit 60 Jahren ohne richtig Segeln zu können“.

Rolf und Bärbel, wurden von den BootsProfis begleitet, um sich ihren Segeltraum auf der Ostsee zu erfüllen. Natürlich klappte das bei Denen alles prima.

Unsere Freunde berichteten dann auch gleich weiter, dass in ihrem Haushalt durch den Skipper diverse Segler auf YouTube verfolgt werden.

Meine Freundin zwinkerte mir dezent zu und ich deutete das als Programm Ansage für: „Traditionelles Fernsehen ist nicht mehr“.

Eigentlich auch gut, denn die Corona Situation war und blieb alles andere als entspannt. Alle warteten was der Impfstoff macht oder eben nicht. Verrückte Zeiten! Natürlich wurde, anstatt zu spielen, der Wolfang Clemens mit seinem Kanal Gangerls auf den Fernsehschirm gebannt. Ich hatte wohl zu sehr altersbedingte Segelunfähigkeit ins Felde geführt.

OK, das Altersargument konnte ich total abschreiben. Auf Schlag stand es 3 zu 1 bei YouTube gegen mich. Segeln kann man in jedem Alter lernen.

Da unser Freund der Skipper glänzende Augen hatte und etliche Weltumsegler benannte, die ja alle spannend auf YouTube und sonst wo zu verfolgen seien, merkte unsere immerwährende Seekranke an, das es dann auch Segler Videos für mich sein müssten, Segler die auch in die Häfen fahren und nicht nur von einer Ankerbucht zur Anderen oder an der Technik im Boot schrauben.

Recht hat sie!

So fiel das Zweierteam was mittlerweile über den Bildschirm flimmerte gleich raus. Winziges Boot, total junges Paar und gar kein Luxus. So fiel das Zweierteam was mittlerweile über den Bildschirm flimmerte gleich raus. Winziges Boot, total junges Paar und gar kein Komfort. Immer von einer Ankerstelle zur nächsten. Sie machten schöne Ausflüge und schraubten nicht nur an der Technik herum. Wirklich fein, aber nichts für mich. Soweit ging mein Ehrgeiz nun nicht und ich hatte glaube ich schon erwähnt, dass ich überhaupt nicht Technik affin bin und mein Knochengerüst ist auch nicht mehr ganz frisch.

Früher hatte ich auch keine Probleme auf „Isomatten Niveau zu reisen“. Jetzt schon! Auch wenn mir öfters der Spruch über den Weg gelaufen ist: „Segeln ist die teuerste Art unbequem zu Reisen“, darf es an einem gewissen Komfort nicht fehlen. Aber bitte ohne Chichi!

Ich wollte Videos von Seglern mit denen ich mich irgendwie an irgendeinem Punkt identifizieren kann. Zu meinem Leben musste eine Parallele gefunden werden und wenn es nur eine Miniparallele wäre.

Mir war bewusst, dass ich unter den Weltumseglern wohl eher niemanden finde, der so völlig unbeleckt an seglerischen Fähigkeiten ist wie ich und das dann noch auf YouTube zum Besten gibt.

Während noch das Eine oder andere Filmchen lief, entschied ich für mich schon mal Einhand Segler, Katamaran Segler und Segler mit Kindern fallen raus bei meiner YouTube Lernstrategie. Die mit Kindern, nur wegen dem Emty Nest Syndrom, ich mag Kinder!

Unsere zukünftige Crew würde ja nun regelmäßig aus zwei Mitgliedern auf 48 Fuß bestehen. Größe vom Boot und die Menschen sollten zu uns passen. Genauso etwas wollte ich zur Motivation haben und sehen.

Schon wurde der Kanal umgeswitcht und es segelten andere Abenteuer über den Bildschirm. Ich baute demonstrativ das uralte Risiko Spiel auf, passte ja auch zur Eroberung der Welt, wenn auch nur mit Würfeln und nicht mit dem Boot.

Wie die das alle eigentlich finanzieren, ihre Segelreisen, wollte ich dann vom „Experten“ wissen. Haben die alle reiche Eltern oder im Lotto gewonnen oder ihre Internet Startups verkauft?

Auch hier wusste der Skipper aus Heiligenhafen Bescheid. Und schnell wurde ich meiner Unwissenheit beraubt. Nicht nur keine Ahnung vom Segeln, sondern auch keine Ahnung was im Netz los ist.

Er erklärte dann kurz und bündig: „Klicks auf YouTube, Werbebanner, Crowdfunding und Patreon“.

Es gäbe was bitte?

„Patreon“ wurde wiederholt und auf meinen immer noch fragenden Gesichtsausdruck hin weiter ausgeführt: „Da könnte man quasi sich Vorstellen und Sponsoren finden.

Aha!  Ich war erstaunt.

Für Kunst, Kultur, Sportarten, für fast alles wurden über Patreon Sponsoren und Akteure zusammengeführt. Erstaunlich für mich, dass fremde Menschen einen beim Reisen unterstützen, die einen nur aus dem Netzt kennen. Sachen gibts.

Da merkte ich mal wieder, dass man vielleicht auch mal gucken muss was im Internet so alles passiert und nicht nur WhatsApp am Handy nutzt, um mit den ausgeflogenen Kindern in Kontakt zu bleiben.

Unsere Freundin, die genau weiß, dass ich Internet bezogen eher ein Troglodyt bin, zeigte mir mal kurz ein paar Seiten dazu und wo sich auf Patreon die Weltenbummler auf Booten finden lassen.

Zwar hatte ich Begriffe wie Crowdfunding, Blogger, Influencer und Ähnliches schon mal gehört, und wusste ja auch, dass man einen Podcast verkonsumieren kann, insbesondere um sich regelmäßig über die Corona Entwicklung zu informieren, aber eben mehr auch nicht.

Facebook Accounts, Twitter und Co. kannte ich dem Namen nach. Warum sollte man sich dort mit fremden Leuten austauschen und ständig Kontakte pflegen. Da hatte ich aber mal für mich überhaupt keinen Sinn drin gesehen. Aber ich gebe zu, man kann sich da ja auch mal irren!

Über Patreon könnte ich bestimmt sehr schnell herausfinden, welche Segler ihr Leben so authentisch und ausführlich und auch wie lange schon, auf YouTube darstellen und daher eine große Fangemeinschaft und viele Sponsoren haben. Und dann könnte ich gucken, wie man Probleme beim Segeln beseitigt. Da müsste für mein persönliches Ranking unter den Weltenbummlern doch was zu finden sein, zur Motivation auf jeden Fall.

Es wurde dann ein schöner feucht, fröhlicher Spieleabend, erst Risiko dann Malefiz.

Die Fotofunktion beim Handy bekam einen ganz neuen Wert. Man kann bei äußeren Eingriffen in den Spielablauf zu Beweiszwecken festhalten, wer wo steht. Erst dann kommt das Rettungsmanöver für das Brett.

Das Spielbrett wurde gerettet.

Aber eine noch viel wichtigere Erkenntnis brachte mir der Abend, ich hatte wieder einen Baustein gefunden für meinen Plan vom Fendergirl zum Skipper.

Hocipoci

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